Ein Leitfaden zu Wuchshöhe, Erträgen und Blütezeiten unter Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben
Beim Anbau von Cannabis ist es wichtig, die Eigenschaften verschiedener Sorten zu verstehen. In diesem Artikel erklären wir die gängigen Begriffe und Angaben, die Sie bei Sortenbeschreibungen finden.
- Art der Sorte: Die Art beschreibt die genetische Zusammensetzung der Pflanze. Ein Hybrid wie im Beispiel (60% Indica / 40% Sativa) vereint Eigenschaften beider Cannabis-Arten. Indica-dominante Sorten neigen zu kompakterem Wuchs und entspannender Wirkung, während Sativa-Einflüsse oft für größere Höhe und energetischere Effekte sorgen.
- Blütezeit: Die Blütezeit gibt an, wie lange die Pflanze braucht, um reife Blüten zu entwickeln, nachdem sie in die Blütephase übergeht. Im Beispiel beträgt sie 7-9 Wochen. Diese Zeit variiert je nach Sorte und Anbaubedingungen.
- Indoor-Anbau:
- Wuchshöhe: Die angegebene Höhe von 80-140 cm bezieht sich auf die erwartete Endgröße der Pflanze bei Innenanbau unter natürlichen Wachstumsbedingungen.
- Ernte: Der Ertrag von 600-650 g/m² bezieht sich auf die getrocknete Blütenmenge pro Quadratmeter Anbaufläche. Wichtig: Diese Angaben basieren auf optimierten Anbaubedingungen. Für den legalen Eigenanbau sind solche Erträge in der Regel nicht notwendig oder erlaubt.
- Outdoor-Anbau:
- Wuchshöhe: Outdoor erreichen Pflanzen oft größere Höhen, hier 180-220 cm, da sie mehr Platz und natürliches Licht haben.
- Ernte: Der Outdoor-Ertrag von 700-1.200 g/m² kann höher sein als indoor, ist aber stärker von Umweltfaktoren abhängig. Auch hier gilt: Diese Mengen übersteigen in den meisten Fällen die gesetzlich erlaubten Grenzen für den Eigenanbau deutlich.
- Hauptterpene: Terpene sind aromagebende Verbindungen in Cannabis. Die genannten (Myrcen, Caryophyllen, Limonen) tragen zum charakteristischen Geruch und Geschmack bei und können die Wirkung beeinflussen.
- Aroma: Die Beschreibung „Süß, Fruchtig, Erdig“ gibt einen Eindruck vom zu erwartenden Geschmacks- und Geruchsprofil der Sorte.
Gesetzliche Bedingungen und Ertragssteigerung
Es ist von größter Wichtigkeit zu betonen, dass bei der Ernte die gesetzlichen Bedingungen unbedingt eingehalten werden müssen. Die angegebenen Erträge in Sortenbeschreibungen spiegeln oft das maximale Potenzial unter optimierten Bedingungen wider. Für den legalen Eigenanbau sind solche Erträge meist weder notwendig noch erlaubt.
Ertragsteigernde Maßnahmen wie Topping (das Abschneiden der Haupttriebspitze), Lollipopping (Entfernen der unteren Zweige) oder ähnliche Techniken sind für den gesetzeskonformen Anbau nicht erforderlich. Diese Methoden zielen darauf ab, den Ertrag zu maximieren, was im Rahmen des legalen Eigenanbaus oft nicht im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben steht.
Grower, die sich an die Gesetze halten möchten, sollten sich stattdessen auf eine naturnahe Aufzucht konzentrieren, ohne spezielle ertragsteigernde Maßnahmen anzuwenden. Das Ziel sollte sein, gesunde Pflanzen zu kultivieren, die den persönlichen Bedarf decken, ohne die gesetzlichen Grenzen zu überschreiten. In vielen Fällen bedeutet dies, dass ein Ertrag von etwa 80g pro Pflanze ausreichend und angemessen ist.
Fazit
Beim Anbau von Cannabis ist es entscheidend, sich über die lokalen Gesetze und Verordnungen im Klaren zu sein und diese strikt einzuhalten. Die in Sortenbeschreibungen angegebenen Erträge und Wuchshöhen dienen hauptsächlich der Information und spiegeln das Potenzial der Sorte unter idealen Bedingungen wider. Für den verantwortungsvollen und gesetzestreuen Eigenanbau ist es ratsam, auf ertragsteigernde Maßnahmen zu verzichten und sich auf eine natürliche, den gesetzlichen Vorgaben entsprechende Kultivierung zu konzentrieren.
Die Sortengeschichte und -eigenschaften bieten interessante Einblicke, sollten aber nicht als Anreiz verstanden werden, die gesetzlichen Grenzen auszureizen. Stattdessen können sie helfen, eine für den persönlichen, legalen Bedarf geeignete Sorte auszuwählen.
